Poul Winslow verabschiedet sich vom Pfeifenbau: Ein Abschied mit Geschichte

Poul Winslow geht in den Ruhestand
Das ist eine Nachricht, die viele Pfeifenfreunde bewegen dürfte: Der dänische Pfeifenmacher Poul Winslow beendet seine Laufbahn. Bekannt gegeben hat es der deutsche Importeur Kopp Pipes aus Offenbach am 12. August 2026. Für den Fachhandel, der jahrzehntelang mit seinen Pfeifen gearbeitet hat, ist das eine Zäsur.
Warum hört er auf?
Winslow ist 75 Jahre alt. Nach eigener Aussage fühlt er sich innerlich noch jung, muss aber einsehen, dass ihm das Pfeifenbauen zunehmend schwerer fällt. Gemeinsam mit seiner Frau Jette hat er entschieden, es nun gut sein zu lassen und die gemeinsame Zeit zu genießen. Bei seinen Kunden und Freunden bedankt er sich für die schönen Jahre.
Ein Leben für die Pfeife
Geboren wurde Poul Winslow 1951. Schon als Jugendlicher lernte er das Handwerk bei Preben Holm, einem der prägenden Freehand-Pfeifenmacher der 1970er-Jahre. 1980 trennten sich ihre Wege, und Winslow machte sich selbstständig. Er zählt heute zu den bekanntesten Vertretern des modernen dänischen Pfeifenbaus.
Über die Jahre entwickelte er einen eigenen Stil, den er unter zwei Marken veröffentlichte:
- Winsløw: Detailreich gearbeitete Pfeifen, oft mit Silberapplikationen und selbst gegossenen Acrylelementen.
- Crown: Etwas schlichter und solider, ein beliebter Einstieg in die Pfeifenwelt. Besonders die rustizierten Modelle der Qualitätsklasse Viking galten als Preis-Leistungs-Tipp.
Gebaut wurden die Pfeifen bis zuletzt in Handarbeit in seiner kleinen Werkstatt in Kopenhagen, mit Unterstützung seiner Frau und eines langjährigen Weggefährten. Trotz dieser überschaubaren Mannschaft entstanden dort noch rund 2.000 Pfeifen pro Jahr. Knapp die Hälfte davon ging nach Offenbach zu Kopp Pipes.
Dem Fachhandel treu
Winslow war bekannt dafür, dass er ausschließlich über den Fachhandel verkaufte, weder über eine eigene Homepage noch direkt aus der Werkstatt. Über Jahrzehnte war er außerdem bei Live-Präsentationen in deutschen Fachgeschäften zu Gast und stand seinen Fans Rede und Antwort. Händler und Kunden beschreiben ihn als bodenständig, gesellig und humorvoll. Seine Events waren oft eher Treffen unter Freunden. Neben dem Pfeifenbau widmet er sich seit fast zwei Jahrzehnten der Malerei.
Was bedeutet das für Pfeifenraucher?
- Winsløw- und Crown-Pfeifen werden nicht mehr nachproduziert. Was im Fachhandel noch vorrätig ist, bleibt erhältlich, aber der Nachschub endet.
- Sammlerwert: Bei einem Pfeifenmacher, der seine Arbeit beendet, steigt erfahrungsgemäß das Interesse an vorhandenen Stücken.
- Pfeifentabak: Winslows Tabake sollen weiterhin über Kopp Tobaccos erhältlich sein.
Hier unser Bestand an Winslow- bzw. Crown-Pfeifen
Fazit
Mit Poul Winslow verabschiedet sich ein Handwerker, der den dänischen Pfeifenbau über Jahrzehnte mitgeprägt hat. Wir wünschen ihm und seiner Frau alles Gute für den Ruhestand.